08. Oktober 2020

Kein Mietvertrag = keine Mietausfallzahlung

Ein Paar erhält kurz vor dem gemeinsamen Urlaub die mündliche Zusage für eine Dreizimmerwohnung. Im Urlaub trennen sie sich und beschließen, die Wohnung nicht zu beziehen – der Vermieter fordert Schadenersatz.

Der Fall: Paar sagt mündlich zu
Die Wohnung sollte zum 1. Oktober vermietet werden, am 5. September erteilte der Makler dem Paar telefonisch die Zusage. Dieses befand sich zu dem Zeitpunkt noch im Urlaub und sollte am 16. September zurückkommen. Zwischenzeitlich setzte der Makler einen Mietvertrag auf, der von den Vermietern bereits unterschrieben wurde. Am 17. September teilte das Paar mit, dass es die Wohnung nicht beziehen möchte, da es sich während des Urlaubs getrennt hat.

Da kurzfristig kein anderer Mieter für die Wohnung gefunden wurde, forderten die Vermieter das Paar dazu auf, den Mietausfall in Höhe von 1.450 Euro sowie außergerichtliche Anwaltskosten in Höhe von 201,71 Euro zu bezahlen.

Das Urteil: Keine Mietausfallzahlung
Der Richter urteilte, dass das Paar nicht bezahlen muss. Zwar könne nach § 550 BGB ein Mietvertrag formfrei geschlossen werden, im vorliegenden Fall wurde jedoch ausdrücklich ein schriftlicher Mietvertrag festgelegt. Zudem hat dem Paar zu keinem Zeitpunkt ein Vertragsentwurf vorgelegen, sodass es seine vertraglichen Pflichten nicht prüfen konnte. [Amtsgericht München AZ 473 C 21303/19]

Kein Mietvertrag = keine Mietausfallzahlung

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Immobilien

14.10.2020

Jetzt neu: Haus zum Kauf in Hamburg

Verkauf im Bieterverfahren: Sanierungsbedürftiges Wohn- und Geschäftshaus, 418 m² Wohn- Nutzfläche Das angebotene Wohn- und Geschäftshaus wurde 1890 auf einem Eigentumsgrundstück errichtet und 1967 umgebaut und erweitert. Das Gebäude verfügt über ca. 418 m² Wohn- und Nutzfläche, verteilt auf Keller, Erd-, Ober- und Dachgeschoss. Im Erdgeschoss war über Jahrzehnte ein Chinarestaurant ansässig. Vom Restaurant aus gelangen Sie in den Hinterhof. Die Kellerräume dienten als Lager, außerdem sind hier die WCs, die Bierkühlung, die Heizung und ein Lastenaufzug untergebracht. Im Obergeschoss liegt die Betreiberwohnung mit Balkon sowie die Restaurantküche. Im Dachgeschoss wurden weitere Zimmer ausgebaut. Das Mietverhältnis mit dem Restaurantbetreiber ist gekündigt und es besteht ein Mietverhältnis über die 2-Zimmer-Wohnung im rechts... Weitere Informationen finden Sie im Exposé.

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News

01.10.2020

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Besonders im Herbst sitzen viele Bauherren auf heißen Kohlen, da sie Weihnachten gern im neuen Heim feiern würden. Der Verband Privater Bauherren (VPB) rät jedoch zu besonnenem Verhalten und warnt vor voreiligen Wohnungskündigungen.Verbindlicher Fertigstellungstermin ist PflichtDas neue Bauvertragsrecht macht es für alle ab 2018 abgeschlossenen Verträge von Verbrauchern, die auf eigenem Baugrund mit Schlüsselfertiganbietern bauen oder mit Bauträgern zur Pflicht: Ein verbindlicher Fertigstellungstermin oder eine verbindliche Bauzeit müssen geregelt sein. Trotzdem funktioniert das nicht immer, so der VPB. Manchmal spielt das Wetter nicht mit, Arbeiten verzögern sich oder die Baufirma hat unseriös geplant. Denn: Eine Verzögerung weist nicht automatisch auf eine unseriöse Baufirma hin. Großzügig planenDer VPB rät daher, mit der Kündigung der aktuellen Wohnung zu warten und großzügig zu planen. „Bauherren sollten deshalb von Anfang an einen Zeitpuffer einplanen und zwar bei schlüsselfertigen Häusern von etwa einem, besser zwei Monaten. Wenn die Bauherren die Finisharbeiten Boden- und Malerarbeiten in Eigenleistung erbringen, sollte der Puffer sogar drei Monate betragen. Wird er dann nicht gebraucht, umso besser“, rät Bausachverständiger Marc Ellinger.

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